Hoffnung für die ganze Region

Bremer Verein brachte Hilfsgüter nach Togo / Spenden werden auch künftig dringend gebraucht

Von Karen Adamski

Fahrräder, Schreibmaschinen, Schulmöbel – der Container war schneller voll als erwartet. Geradezu haufenweise hatten die Bremer im vergangenen Sommer gespendet, nachdem der Verein „Lebenschance“ um Unterstützung für zwei Projekte in Afrika gebeten hatte. Nun waren zwei Mitglieder des Vereins in Togo, um dafür zu sorgen, dass alle Sachen auch dort landen, wo sie hin sollen. „Das war schon ein ziemliches Abenteuer“, sagt Jörg Hilbert.

Gemeinsam mit dem Vereinsvorsitzenden Roger Sodji reiste er in die Hauptstadt Lomé, um dort den Container in Empfang zu nehmen und den Transport der Spenden in die Region Badja zu organisieren. Dort unterstützt der Verein ein Waisenhaus, in dem 40 Kinder leben und mit 50 weiteren Kindern aus den umliegenden Dörfern in einer neu aufgebauten Schule unterrichtet werden. Kurz vor der Ankunft des Containers allerdings begann die Regenzeit. „Dabei sahen die Straßen schon im trockenen Zustand so aus, als könnten sie nicht von einem Lkw befahren werden“, staunt Hilbert immer noch.

Bis kurz vor dem Dorf ging alles gut, dann blieb der Lastwagen prompt im Schlamm stecken. Die Helfer aber ließen sich nicht entmutigen, warteten bis zum nächsten Morgen und schaufelten das Gefährt wieder frei. Das nächste Problem: Wie sollte der Container von der Ladefläche gehoben werden? „Alles, was kaputt gehen könnte, haben wir ausgeräumt“, sagt Hilbert. „Trotzdem hat es noch fast zwei Stunden gedauert, bis wir ihn mit Hilfe von Holzstämmen auf den Boden gezogen hatten. “

Die Mühe allerdings hat sich gelohnt. Dorfbewohner und Heimkinder waren begeistert von den Spenden, die Hilbert und Sodji mitbrachten. Bettwäsche, Kleidung, Matratzen und Möbel für die Schule wurden aus dem Container gepackt. Vor allem aber viele, viele Fahrräder. „Damit ist die Verbindung zwischen den Dörfern viel besser geworden“, sagt Sodji. Denn ein Auto besitzt in dem kleinen Ort niemand. Besonders gefreut haben dürfte sich einer der Lehrer aus Badja: Er musste bisher täglich 20 Kilometer zu Fuß zur Arbeit gehen und kann die Strecke nun mit dem Rad zurücklegen.

Nebenbei halfen die Bremer, ein neues Schulgebäude und eine Zisterne für den Ort zu bauen. Das Haus für die ältesten Schüler besteht vorerst nur aus Bast und Stroh, langfristig soll es durch einen Steinbau ersetzt werden. „Aber da es dort immer warm ist, geht das erst mal“, sagt Hilbert. Eingerichtet wurde der Raum mit den Möbeln aus Bremen.

Noch ein weiteres Projekt wird von dem Bremer Verein finanziell unterstützt: In Lomé werden junge Togolesen kostenlos zu Sekretärinnen. oder Zollarbeitern ausgebildet. Ihnen brachten die Bremer Computer und Schreibmaschinen mit. Für beide Projekte sind monatlich 700 Euro nötig. „Da wir nur ein kleiner Verein sind, sind wir auf Spenden angewiesen“, sagt Sigrid Stiering, die ebenfalls zu den aktiven Mitgliedern gehört. Weitere Sachspenden kann der Verein derzeit nicht annehmen, Geld wird dafür umso dringender gebraucht. Dass es an der richtigen Stelle landet, davon ist Roger Sodji überzeugt: „Unser Projekt bedeutet Hoffnung für die ganze Region.“

Wer sich für die Arbeit des Vereins interessiert oder spenden möchte, erreicht Sigrid Stiering unter Telefon 513661. Nähere Informationen gibt es außerdem unter www.togo-hilfe.de.