Eine Krankenstation für Waisenkinder in Togo

  • Aus dem „Weser-Kurier“ vom 6. Januar 2007

Der Bremer Verein „Lebenschance“ hat mit Hilfe von Spenden ein kleines Dorf in Westafrika aufgebaut

Von Karina Skwirblies

BREMEN. „Malaria haben sie alle. So wie wir regelmäßig die Grippe haben. Sie wird auch in der Station behandelt.“ Sigrid Stiering ist vor kurzem von einer Reise nach Togo zurückgekehrt, wo der Bremer Verein „Lebenschance“ dank einer Einzelspende den Bau einer Krankenstation ermöglicht hat. Zwar gibt es in dem kleinen Dorf 50 Kilometer nördlich der Hauptstadt Lomé keinen Strom und kein fließend Wasser, doch die Krankenschwester Essi kann einige Krankheiten hier behandeln.

„Die Krankenstation ist für unsere Kinder“, erklärt Sigrid Stiering. In den vergangenen fünf Jahren habe der Verein ein Waisenkinderdorf aufgebaut, in dem heute 206 Mädchen und Jungen zwischen drei und 16 .Jahren leben. Doch ebenso die Dörfer aus der Umgebung solle die Krankenstation versorgen, dies sei Auflage der Regierung gewesen.

Bei ihrem Besuch in Togo hat die Vorsitzende von „Lebenschance“ selbst noch einiges für die Krankenstation gemacht. „Es sind zwei große Räume für die Betten und sechs kleinere Räume. Einer für die Krankenschwester, einer anderer soll künftig ein Gebärraum werden. Als ich ankam, war noch keine Einrichtung vorhanden. Wir haben Betten und Matratzen bestellt.“

Sigrid Stiering arbeitete in Togo mit dem Ehepaar Adele und Roger Sodji Hand in Hand. Nachdem sie zwölf Jahre in Bremen gelebt haben, sind die Sodjis wieder in ihre Heimat Togo zurückgekehrt. Durch ihre Initiative entstand der Verein „Lebenschance“ und damit mehrere Projekte für Waisenkinder in Togo. Das Waisenkinderdorf „Yovokope“ wurde gebaut und eine eigene Schule, in der die Kinder bis zur 10. Klasse unterrichtet werden. Mit einer eigenen Landwirtschaft wird ein Großteil der Ernährung bestritten. Außerdem versorgt ein großes Regenwasserbecken das Dorf mit Trinkwasser. Spenden in Höhe von rund 1.400 Euro pro Monat finanzieren die Hilfe für die Waisenkinder.

„Sie lernen alle fleißig, denn sie haben keine Abwechslung“, erzählt Sigrid Stiering. „Es gibt keinen Fernseher, kein Radio und keine Zeitung. Nur am Wochenende wird abends ein Film gezeigt, meistens aus China. Mit einem Generator betreiben sie den Projektor.“ Auch Weihnachten werde sehr einfach gefeiert. „Mit Maismehl backen sie eine Art Schmalzgebäck. Das ist der einzige Kuchen, den sie kennen. Es gibt mehr Fleisch zu essen und die Kinder bekommen Kleidung geschenkt, die wir in Bremen gesammelt haben.“

Kleidung, Bettwäsche und Handtücher sucht der Verein auch jetzt für die Kinder in „Yovokope“. Wer etwas spenden möchte, kann sich unter Telefon 23 77 76 mit dem Verein „Lebenschance“ in Verbindung setzen. Spenden an das Konto Nummer 2022242 bei der Deutschen Bank (BLZ 29070024) sind jederzeit willkommen.